Redaktionsplan | Pitchbook

Mit dem Redaktionsplan zündenden Content liefern

Stellen Sie sich vor, Sie fahren die Langstrecken-Wüsten-Rallye Dakar. Sie haben ein klares Ziel vor Augen: Dakar. Nun fahren Sie nach dem Start nicht einfach los, sehen, wie weit Sie kommen, entscheiden über die Route ad hoc und machen generell alles eher spontan. Wenn Sie wirklich am Ziel ankommen wollen und vielleicht nicht gerade als letzter, ist eine ausführliche Planung unabdinglich. Sie müssen Zwischenziele (Etappen) definieren, Partner verpflichten, die Route und die -Versorgungs-Strategie bestimmen und vieles mehr. Ihre Rallye-Planung ist das Herzstück Ihres Vorhabens. Ohne sie verlieren Sie nicht nur das Ziel aus den Augen, Sie werden auch kaum Teilerfolge feiern können.

Ziele

Der Redaktionsplan ist das Herzstück Ihrer Content-Strategie. Er hilft Ihnen dabei, folgende Ziele zu erreichen:

  • Sie erschaffen einen Vorrat an Content-Ideen und verpflichten sich, zu festen Terminen abzuliefern
  • Sie bekommen einen Überblick über Ihre Inhalte und wie diese in der Abfolge miteinander funktionieren
  • Sie können nach Themenschwerpunkten bündeln und Serien erschaffen
  • Sie bereiten sich langfristig auf bestimmte Events der Branche oder Ereignisse, die Ihr Geschäft beeinflussen (z.B. Weihnachten), vor
  • Sie haben eine gemeinsame Basis mit allen am Erschaffungsprozess Beteiligten: Co-Autoren, Agenturen, Social-Media-Manager sind alle mit an Board
  • Sie können die Distribution der Inhalte von langer Hand vorbereiten

Inhalt des Redaktionsplans

Folgende Rahmendaten zu jedem Beitrag sollten Sie bereits beim Befüllen des Redaktionsplan berücksichtigen:

  • Überschrift (Arbeitstitel)
  • Inhalt – welche grundlegenden Themen werden bearbeitet?
  • Typ – Welche Art Artikel soll es werden?
  • Kategorie
  • Autor
  • Termin
  • Verbreitung/Multiplikatoren

Der Redaktionsplan ist ein perfektes Instrument, um sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft Ihres Content Marketing zu blicken. Ihre Inhalte sollten einen langfristigen Nutzen bieten und nicht veralten (evergreen content).
Sie können Ihren Redaktionsplan auch als Bauplan für Ihr House-of-Content betrachten: Ein Gebäude mit starkem Fundament, das auf lange Frist zeigt, wer Sie sind, wem Sie wie nutzen und wer bei Ihnen willkommen ist. Und das stetig weiter wächst.

Der größte Vorteil

Das wichtigste Argument für einen Redaktionsplan ist sicherlich die Verbindlichkeit, Beiträge abzuliefern, die daraus entsteht.
Passiert es Ihnen häufig, dass Ihre Marketingaktionen eher einen ad-hoc-Charakter haben? Sie kümmern sich nur um Kommunikation, wenn Sie “gerade Zeit” haben, oder es besonders dringend ist?
Mit einem Redaktions-Plan entscheiden Sie sich bewusst für Content-Marketing und committen sich, gemäß Vorgabe regelmäßig abzuliefern. Die selbst gesetzten Veröffentlichungstermine einzuhalten hat dann oberste Priorität für Sie. Ihre Leser messen Sie daran, ob Sie diese Regelmäßigkeit einhalten.
Beängstigend? Vielleicht!
Aber ist es nicht um Welten besser jede Woche neugierige Leser vor der Tür zu haben, als gar kein Publikum für Ihre Themen?

Wenn Sie ohne Redaktionsplan arbeiten, werden Sie die Veröffentlichungen immer wieder schieben. Sie werden Themen nicht rechtzeitig vorbereiten und auch keine Verbreitungsstrategie für Ihre Inhalte entwickeln. Was in Ihren Kanälen (Blog, Social Media, E-Mail) passiert ist absolut beliebig.
Niemand wartet darauf – Sie können froh sein, wenn Sie jemanden damit überraschen.

Und was Ihnen mit einem Redaktionsplan auch nicht passiert ist, dass Sie am Tag vor Ihrer avisierten Veröffentlichung noch keine Ahnung haben, worüber Sie schreiben sollen. Denn darüber haben Sie sich bereits im Vorfeld Gedanken gemacht. Es entstehen keine panikgetriebenen Essays, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind, nur um überhaupt etwas geschrieben zu haben.

So halten Sie den Redaktionsplan gut gefüllt

Grundsätzlich sollte ein begeisterter Unternehmer immer etwas über den Nutzen, den sein Unternehmen stiftet zu erzählen haben – gerade wie in einem Vertriebsgespräch. Im Content Marketing kommt der Aspekt hinzu, dass Sie mit jedem Beitrag einen Nutzen für Ihr Publikum stiften wollen.
Mit diesen Inhalten helfen Sie Ihren Lesern bei konkreten Problemen und positionieren sich dabei als Experte und Spezialist. Erst wenn die Problemlösung aufwändiger wird, laden Sie ihre Leser ein, direkt Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.

Doch wieviel Inhalt haben Sie, um damit regelmäßig Probleme zu lösen? Reicht der Content für einen Redaktionsplan, der beispielsweise einen wöchentlichen, tief gehenden Beitrag vorsieht und das über Jahre hinweg? Dies ist eine der größten Ängste, die Unternehmer beim Start ins Content Marketing haben – zu Unrecht.

Es gibt so viele Möglichkeiten und unterschiedliche Formate, hilfreiche Inhalte zu entwickeln, dass Ihnen der Stoff niemals ausgehen wird, wenn Sie ihn nur umsichtig recherchieren, planen und sich mit offenen Augen in Ihrer Branche bewegen.

Hier sind ein paar Möglichkeiten:

Fragen Sie Ihre Kunden

Die Probleme Ihrer Wunschkunden zu lösen, dazu sind Sie angetreten. Wenn Sie wissen wollen, was sie bewegt und wie Sie ihnen helfen können, fragen Sie sie:

  • Starten Sie Umfragen
  • Telefonieren Sie
  • Bieten Sie Gratis-Beratung
  • Moderieren Sie eine Gruppe in den sozialen Medien

Bevor Sie hilfreichen Content schreiben können, müssen Sie von der Ego-Perspektive abrücken und sich in den Kopf Ihrer Wunschkunden versetzen. Nichts hilft dabei besser als der direkte Dialog. Sie werden hier immer wieder neue Content-Schätze heben können.

Inhalte recherchieren

Ihre Kunden sind bereits online und tauschen sich dort über Ihre Probleme aus, stellen Fragen und zeigen sich. Wissen Sie wo?
Sie sollten sich online dort aufhalten, wo sich Ihre Wunschkunden aufhalten. Suchen Sie nach einschlägigen Blogs, Sozialen Medien, Produktbewertungsportalen, etc.. So hören Sie Ihren Kunden im Gespräch zu und können bei Bedarf in die Dialoge einsteigen und sich als Experte zeigen. Fragestellungen, die Sie beantworten können, nehmen Sie auf jeden Fall mit.
Es gibt viele hilfreiche Tools, um bei diesen Diskussionen auf dem Laufenden zu bleiben:

  • Mit RSS-Readern wie Feedly folgen Sie Ihren bevorzugten Blogs
  • Abonnieren Sie Kanäle oder Gruppen auf Facebook, Xing, Youtube etc.
  • Hören Sie Podcasts zu Ihren Themenschwerpunkten
  • Lesen Sie Rezensionen auf Amazon und Bewertungsportalen

Recyceln Sie Content

Wertvolle Inhalte wieder zu verwenden ist nicht verboten. Dabei können Sie bereits verwendete Inhalte z.B. für weitere Kanäle (Youtube, Podcast,…) aufbereiten. Oder Sie setzen die Kernaussage in einen neuen Kontext, indem Sie eine neue Story entwickeln. Mit Geschichten erreichen Sie die Menschen emotional. Da wir Menschen sehr unterschiedlich gestrickt sind, brauchen wir auch verschiedene Geschichten und Motive, um die Ihre Aussagen zu erfassen. Analysieren Sie, ob Ihre Kommunikation in der Vergangenheit bereits Ihre gesamte Zielgruppe erreichen konnte. Falls nicht, versuchen Sie es nochmal mit einem anderen Ansatz.

Fazit

Der Redaktionsplan ist der erste große Schritt, sich als Unternehmer intensiv mit seinem Leistungsversprechen zu beschäftigen und daraus eine Content-Strategie abzuleiten. Wenn Sie die ersten 3 Monate vorgeplant haben, kommen Sie direkt ins Handeln. Sie haben nun eine Richtschnur, der Sie folgen. Sie bleiben damit konsequent dran an Ihren Kommunikationszielen und werden schon sehr bald von ersten Erfolgen berichten können.
Wenn Sie aus diesem Beitrag Impulse für Ihr Content-Marketing mitnehmen können, habe ich mein Ziel erreicht.
Mich würde interessieren, wo Ihre Hemmschwellen (technisch oder inhaltlich) liegen, um endlich mit Content-Marketing durchzustarten.
Die Wirksamkeit nach innen und nach außen ist sicherlich unbestritten. Gerne diskutiere ich dies mit Ihnen: hier in den Kommentaren.

Mit zündenden Grüßen
Fabian Lipp

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