Jeder Tribe braucht einen Häuptling

Mit gemeinsamer Vision zum eigenen Tribe

Stellen Sie sich vor, eine Stammesgemeinschaft sitzt um ein Lagerfeuer herum und tauscht sich zu Themen aus, die sie aktuell umtreibt. Sie sind Schicksalsgenossen, haben die gleichen Probleme und Sorgen, feiern gemeinsam ihre Siege. Sie haben feste Rituale und einen eigenen Dialekt. Sie teilen die gleichen Werte und schätzen sich gegenseitig, vertrauen sich und verlassen sich aufeinander.
Und da gibt es eine Instanz, den Häuptling, der bei Versammlungen des Stammes den Vorsitz hält, der die schwerwiegendsten Entscheidungen und Urteile trifft. Der restliche Stamm verlässt sich auf seine Führerschaft auf seine Kenntnisse, sein Netzwerk und sein Urteilsvermögen.
Die Stammes-Mitglieder bringen ihre Probleme vor den Stamm und vor den Häuptling und hoffen auf Lösungen und fruchtbare Diskussionen.

Zielgruppe oder Tribe?

Seth Godin, Buchautor und Blogger (USA) mit Vorreiterrolle, hat den Begriff des „Tribes“ (engl. Stamm) geprägt, um damit die Gemeinschaft zu beschreiben, die sich, befeuert durch die sozialen Medien, zu einem Thema und um einen Meinungsführer/Experten herum entwickelt.
Mir persönlich gefällt dieser Begriff am Besten, um genau das zu beschreiben. Andere sagen Publikum, Audience, oder Community – diese sind aber meiner Meinung nach nicht Schicksals-Genossen genug. Manche sagen einfach nur Liste, aber das ist noch nicht einmal emotional.
Verwechseln Sie den Tribe bitte niemals mit der Zielgruppe. Die Mitglieder im Tribe haben sich ja bereits aktiv entschlossen, an der Gemeinschaft teilzunehmen und sich der gemeinsamen Idee verschrieben. Wer beitritt wird vom Outsider zum Insider. Die Zielgruppe weiß im schlechtesten Fall noch nicht einmal, dass es den Häuptling und die Bewegung überhaupt gibt.

Eine gute Vision eint die Menschen

Ein Tribe zeichnet sich also dadurch aus, dass es eine Gemeinschaft gibt, die sich um eine Idee versammelt und einen Anführer, der aufsteht, als Botschafter dieser Idee und Leader des Tribes. Wir alle sind in Tribes weil uns das tiefsitzende Bedürfnis eint, uns zu verbinden, zu etwas zu gehören und gemeinsam für oder gegen etwas zu sein. Wir sind im Tribe unseres Landes, im Tribe unserer Firma, im Tribe unseres Vereins oder unseres Freundeskreises, wir folgen Blogs, Musikern oder Autoren. Immer gibt es Meinungsführer und Anführer. Die Mitglieder wollen eine Veränderung des Status quo bewirken und sind bereit, sich zu engagieren.
Es gibt also Tribes in allen Bereichen menschlichen Zusammenseins. Es sind höchst soziale Gefüge, in denen Menschen zueinander finden, seit es die Menschheit gibt. Tribes sind keine Erfindung des Internet sondern ein grundlegendes Bedürfnis von Menschen. Welchem Tribe wir angehören zeigt, wie wir uns selbst sehen und wofür wir stehen.
Victor Hugo hat gesagt „nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“. Was die Idee aber noch benötigt, sind Menschen, die sie unterstützen und Leader, die diese Gruppe von Menschen zusammenhalten und auf das gemeinsame Ziel einschwören.

Seit Millionen Jahren sind Menschen in Tribes verbunden
– mit Ideen –
– miteinander –
– mit Anführern –

Kommunikation und Vernetzung

Früher waren die Möglichkeiten sich einem Tribe anzuschließen regional begrenzt. Nur wer den gleichen Kosmos, die gleichen Probleme, die gleiche Sprache und die gleichen Ressourcen hat, kann sich mit einer gemeinsamen Idee identifizieren und diese vertreten. Durch das Internet ist die Welt zusammengewachsen und Tribes verteilen sich international. Es gibt heute Tribes mit wenigen Teilnehmern, die aber über den ganzen Globus verteilt sind (z.B. Züchter einer bestimmten Insekten-Art). Durch die Möglichkeiten der modernen Technik und vor allem durch Internet und soziale Medien können sich Interessengemeinschaften heute vernetzen wie nie und sind dabei völlig von Ort und Zeit unabhängig. Durch die Anleitung eines Leaders kann so eine internationale Bewegung entstehen – der Einzelne kann den Unterschied machen.

Die Autorität, Anführer eines Tribes zu sein, kann einem von den Mitgliedern gegeben werden (demokratisch) oder man erhält die Autorität eben dadurch dass man aufsteht und für die Idee des Tribes eintritt, bzw. diese begründet. Dazu muss man keine Führungskraft sein, aber man sollte mit Leidenschaft und großem Engagement bei der Sache sein, um Menschen dafür zu begeistern und zu gewinnen. Ein guter Leader engagiert sich nicht, um selbst zu Ehre zu gelangen, sondern um seinen Tribe und die Idee nach vorne zu bringen. Oder um es mit den abgewandelten Worten John F. Kennedy’s zu sagen:

Frage nicht, was dein Tribe für Dich tun kann, sondern was Du für deinen Tribe tun kannst.

Wie Seth Godin seinen ersten Tribe startete

Seth Godin selbst hat auf diese Weise seinen ersten Tribe gegründet, wie er in seinem gleichnamigen Buch (Aff.) schreibt. In einer Software-Firma, in der er angestellt war, saß er an einem Projekt ein Bildungs-Spiel zu entwickeln. Man gab ihm viel zu wenig Ressourcen und Mitarbeiter, um eine enge Deadline einzuhalten. Anstatt bei der Geschäftsführung um Aufschub oder mehr Unterstützung betteln zu gehen, startete er einen Newsletter, in dem er die Mission des Projekts, die laufenden Fortschritte und seine Leidenschaft dafür zeigte. Schnell konnte er Unterstützer innerhalb der Firma gewinnen und immer mehr Kollegen machten sich seine Vision zu eigen. Letztendlich scharte sich ein ganzer Tribe um diese Idee und folgte Seth als Initiator und Meinungsführer. Der Entwicklungstermin konnte leicht gehalten werden, das Spiel wurde weit über Erwartung verkauft und die Firma gerettet.
Wie Seth Godin stehen jeden Tag Menschen auf und begeistern andere, ihre Idee zu teilen und eine Bewegung ins Rollen zu bringen.

Sie können das auch

Genau das ist es, was Sie als Experte auf Ihrem Gebiet erreichen können. Das Aufstehen erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Um einen Tribe zu führen müssen Sie die Komfortzone verlassen. Es erfordert eine klare Vision und Zielsetzung, um sich an die vorderste Front einer Bewegung zu stellen und als Schnittstelle für andere Mitstreiter da zu sein. Aber die Autorität kommt ganz von alleine, denn es treten nur Menschen bei, die die gleichen Ziele verfolgen und Sie als Autorität akzeptieren. Das Schöne ist: die übrigen wollen Sie auch gar nicht in Ihrem Tribe. Und: die Teilnahme an Ihrem Tribe ist von vorneherein emotional, sofern Sie die Mitglieder nicht zwingen teilzunehmen. Wer freiwillig einer Interessengemeinschaft beitritt erwartet sich davon gute Gefühle und dass seine Bedürfnisse (ob neue oder alte) hier befriedigt werden. Handlungen und Beteiligungen, die aus emotionalen Gründen begonnen werden, sind zielführender, intensiver und kollaborativer. Wer Teil eines Tribes ist, ist ein Fan und ein Cheerleader. Sie folgen der Idee und der Autorität des Anführers.
Menschen sind bereit, Ihnen zu folgen, wenn Sie richtig führen. Dafür benötigen Sie keine Autorität von außen, keine Befehlsgewalt oder überlegene Position. Sie benötigen lediglich eine Vision und einen Expertenstatus in einem Thema, das Menschen interessiert.
Und das haben Sie als leidenschaftlicherer Unternehmer bereits. Also beginnen Sie Ihren Tribe aufzubauen. Nutzen Sie die Werkzeuge, die Ihnen die moderne Technik bietet. Kommunikation über Blog, Newsletter, Video, Podcast, etc. und Auffindbarkeit über die Suchmaschinen dieser Welt. Denn: Ihr Tribe ist schon da draußen. Er sucht nur noch nach seinem Häuptling.

mit zündenden Grüßen

Fabian Lipp

P.S. Gerne nehme ich mir Zeit für ein kostenloses Telefon-Coaching mit Ihnen und analysiere Ihre Situation und Chancen mit Content-Marketing. Ganz unverbindlich. Buchen Sie hier gleich einen Termin.

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