10 Tipps für den Blogbeitrag

10 Tipps für einen gelungenen Artikel

Einen guten Artikel zu schreiben ist kein Hexenwerk. Zumindest nicht, wenn man methodisch vorgeht und sich bereits vor dem Schreiben einige Fragen stellt. Eine, die wichtigste von allen, taucht immer wieder auf: Wer soll den Artikel am Ende lesen?

1) Die richtige Themenwahl

Vor dem Schreiben steht die Themenwahl. Machen Sie sich bewusst, was das Thema Ihres Artikels sein soll. Stellen Sie sich folgende Fragen: Wen will ich mit dem Artikel erreichen? Bietet er den Lesern einen Mehrwert? Will ich unterhalten oder informieren? Ist das Thema überhaupt für meine Zielgruppe interessant? Wenn Sie sich über diese Punkte im Klaren sind, können Sie das Thema klar definieren.

2) Eine fundierte Recherche

Das A und O ist eine fundierte Recherche. Welche Quellen stehen Ihnen zu Verfügung? Nutzen Sie mehr als eine Quelle! Der Eintrag auf Wikipedia bietet zwar in der Regel die richtigen Informationen, darf aber nie die einzige Recherchequelle darstellen. Die nachhaltigsten Informationen erhalten Sie in einem direkten Gespräch mit Fachleuten oder bei einer Recherche vor Ort. Sie können auch beispielsweise auf Interviews oder andere Artikel zurückgreifen. Wenn Sie selber der Experte sind, ist das natürlich umso besser!

3) Ein strukturierter Aufbau

Ihr Artikel sollte einen inhaltlich strukturierten Aufbau aufweisen. Vermeiden Sie Gedankensprünge, springen Sie nicht zwischen einzelnen Punkten hin und her. Versuchen Sie logisch zu bleiben, versetzten Sie sich in Ihre Leser, die unter Umständen nicht auf Ihrem eigenen Wissensstand sind.

Am Anfang des Artikels sollte nach der Überschrift und der Subheadline, der Unterüberschrift, zunächst ein kurzer Teaser stehen. Hier bereiten Sie in zwei oder drei Sätzen den Leser auf den Artikel vor, erzählen, worum es im Anschluss geht und machen im besten Falle Appetit auf mehr.

Im Fließtext sollten Sie regelmäßig Absätze und zusätzlich noch Zwischenüberschriften einbauen. Diese können eine kurze Zusammenfassung der folgende Absätze sein, ein Zitat aus diesen oder ein Schlagwort, das Interesse weckt.

4) Einen Spannungsbogen finden

Versuchen Sie einen roten Faden zu finden, an dem Sie Ihre Leser durch den Artikel führen. Im besten Falle entwickeln Sie eine Art Dramaturgie. Stellen zum Beispiel eine gewagte Behauptung in den Raum, die sich erst am Ende des Artikels auflöst. Versuchen Sie am Anfang schnell auf das Wesentliche des Artikels zu kommen. Wenn das Beste zum Schluss kommt, haben Ihre Leser unter Umständen bereits die Geduld verloren und lesen inzwischen einen anderen Artikel.

5) Eine zielgruppenspezifische Sprache

Machen Sie sich zunächst Gedanken über Ihre Zielgruppe: Wer soll Ihren Artikel lesen? Marketingexperten denen Sie ein spezielles Wissen vermitteln wollen? Oder eine junge Zielgruppe zwischen 20 und 30, die sich für Mode interessiert und die eher einen unterhaltsamen Artikel lesen wollen? Versuchen Sie möglichst lebendig zu schreiben, ihre Begeisterung für das Thema zu transportieren. Überlegen Sie sich, ob Sie den Leser direkt ansprechen wollen, um mehr Emotionen zu wecken. Oder ob Sie lieber distanziert bleiben wollen und fachlich überzeugen.

6) Verwenden Sie kurze Sätze

Versuchen Sie in kurzen Sätzen schreiben. Gerade bei Online-Texten lautet die Devise: je kürzer, desto besser. Vermeiden Sie in jedem Fall Schachtelsätze und mehr als einen Nebensatz. Trotzdem sollte der Artikel flüssig geschrieben und sich gut lesbar sein.

7) Vermeiden Sie Passivkonstruktionen

„Durch Passivkonstruktionen wird der Leser belästigt!“ Merken Sie es? Das Passiv ist unbequem, nicht umsonst heißt es auch die Leideform. Die Sätze werden schwerfälliger und umständlich. Das liegt unter anderem an der Tatsache, dass das Verb am Ende des Satzes steht. Vermeiden Sie das Passiv, wann immer es Ihnen möglich ist, Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Meistens ist es aber ganz einfach: „Passivkonstruktionen belästigen den Leser.“

8) Die richtige Textlänge finden

Wenn nicht gerade eine bestimmte Textlänge vorgegeben ist, versuchen Sie eine gesunde Textlänge zu finden. Texte mit mehr als 10.000 Zeichen oder rund 1.500 Wörtern müssen schon sehr gut geschrieben sein, um online ganz gelesen zu werden. Natürlich hängt auch hier die Länge eines Artikels vom Thema und der Zielgruppe ab. Ein Fachartikel darf durchaus mehr als 1.000 Wörter enthalten, ein Artikel über das Kleid von Herzogin Kate bei einer Benefizveranstaltung sollte deutlich darunter bleiben. Versetzen Sie sich einmal mehr in Ihre Leser. Und schließlich hat die Textlänge auch Auswirkungen auf SEO, wie wir gleich sehen werden.

9) Suchmaschinen-optimiert schreiben (SEO)

Noch vor gar nicht langer Zeit mussten Texte, um in Suchmaschinen gefunden zu werden, mit möglichst vielen relevanten Keywords gespickt werden. Für Journalisten war das eine mittlere Katastrophe, die Artikel wurden mitunter gerade unleserlich. Inzwischen ist man davon wieder abgekommen. Man muss Keywords beziehungsweise die Keyword-Kombinationen zwar immer noch verwenden, aber nicht mehr in einem derart inflationären Ausmaß. Verwenden Sie Ihre Keywords in einem gesunden Maße. Sie sollten vor allem in den Überschriften und Zwischenüberschriften sowie je nach Textlänge drei bis sechs Mal im Fließtext vorkommen. Viel wichtiger ist es die Meta-Tags im Redaktionssystem richtig zu befüllen. Auch die Textlänge ist für SEO relevant. Generell gilt: Je länger desto besser, 4.000 bis 6.000 Zeichen sollten es schon sein. Was aber leider nicht immer Sinn macht, siehe Punkt 8.

10) Redigieren

Am Ende sollte der Artikel unbedingt redigiert werden. Im besten Falle übernimmt das eine andere Person, die sprachlich sicher ist. Das ist erforderlich, da auch der beste Schreiber seine eigenen Fehler nicht findet. Der Korrekturleser sollte nicht nur auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik achten, sondern auch die Richtigkeit der Fakten und die Logik des Inhaltes prüfen. Und schließlich muss der Artikel auch für den Korrekturleser verständlich sein.

Falls sich niemand zum Redigieren findet, kann man den Text auch in einer anderen Schriftart und Größe ausdrucken und selber auf Fehler überprüfen.


Roland Aust

war lange Jahre leitender Redakteur und Textchef in einer großen Münchner Agentur. Inzwischen ist er selbstständig, ist unter anderem Redaktionsleiter des Konzertmagazins event. und berät Unternehmen im richtigen Umgang mit Content.

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