E-Mail-Marketing | Pitchbook (CC0 Pixabay)

E-Mail-Marketing einsetzen, ohne das Publikum zu nerven

Wieviele Mails erhalten Sie täglich? Und wieviele davon sind wirklich relevant für Sie? Sicher haben Sie eine Methode entwickelt, um mit der Flut umzugehen.

Vermutlich hat der damit verbundene Aufwand aber eine bestimmte Einstellung zu E-Mail-Marketing bei Ihnen hinterlassen. Nämlich, dass Sie ihr Postfach schützen müssen und dass die meisten Mails in erster Linie Zeitfresser sind.

Wenn Sie nun die Seiten wechseln und über Content-Marketing nachdenken, kommt Ihnen dieser Glaubenssatz in die Quere. Sie scheuen sich, Ihre Kunden mit E-Mails zu nerven – schließlich wollen Sie ja, dass Ihr Umfeld positiv von Ihnen denkt. Also suchen Sie nach dem Mittelmaß zwischen Spam und einer erträglichen Frequenz bei Ihren Versendungen.

Das ist falsch!

Es geht nämlich vielmehr darum, wie Sie Ihren Kunden mit Hilfe von E-Mails dienen, anstatt sie einfach nur mit Informationen zu bespielen.
Diese Frage muss an den Anfang der Kampagnenplanung gestellt werden.

Double Opt In

Sie wissen natürlich, dass Sie nach deutschem Antispamgesetz nur Empfänger per Mail anschreiben dürfen, die dafür doppelt eingewilligt haben.

Der sogenannte Double-Opt-In ist ein Verfahren, bei dem sich der Interessent erst auf einer Website einträgt und dann eine E-Mail erhält, die er bestätigt.
Wenn beides geschehen ist, dürfen Sie ihm Mails zuschicken.

Jeder so definierte Empfänger wird also einen guten Grund haben, sich bei Ihnen einzutragen. Er verspricht sich einen Mehrwert, die Lösung seines Problems einen echten Zugewinn und relevante Mails in seinem Postfach. Daher freut er sich auf Ihre Mails und Ihren Content.

Versprechen und Abliefern

Ihre Rolle dabei ist es, schon auf der Website ein Versprechen zu machen, das Ihr Interessent oder Kunde Ihnen abnimmt. Sie versprechen eine Gegenleistung für die Erlaubnis, den Empfänger per Mail anschreiben zu dürfen.

Seth Godin beschreibt den Mechanismuns sehr schön in seinem Buch: „Permission Marketing“.

Diese Erlaubnis ist ein Vertrauens-Vorschuss, mit dem Sie pfleglich umgehen sollten. Sie haben es irgendwie geschafft, dem Interessenten in Ihrer Kommunikation zu vermitteln (auf der Website, Messe, etc.), dass das Abo Ihrer E-Mails für ihn von Vorteil ist. Das müssen Sie jetzt beweisen, indem Sie auch liefern.

Jetzt sind Interesse und Aufmerksamkeit für Ihr Thema groß. Helfen Sie dem Empfänger, sich einzuarbeiten.

Helfen, nicht verkaufen

Der häufigste Fehler im E-Mail-Marketing ist, wenn es der Absender als Verkaufsveranstaltung missbraucht. Ihre Leser haben sehr feine Antennen: Wenn sie unter Vorspiegelung von Mehrwert in Ihr Abonnement gelockt worden sind und dann sofort vom Vertrieb angegangen werden, sind sie wieder weg, bevor Sie bis 3 zählen können.

Rabatt-Aktionen per Mail mögen noch manchmal funktionieren. Aber Sie sind ja an einem langfristigen Beziehungsaufbau interessiert. Also liefern Sie in Ihren Mails Mehrwert und bauen Sie einen Dialog mit Ihren Interessenten auf, statt sofort zu „pitchen“.

Geschenk gegen E-Mail

Häufig ist der Anreiz zur Abgabe der E-Mail-Adresse ein nützliches Geschenk, wie eine Checkliste, ein E-Book, usw.

Das sogenannte Freebie“ ist ein Magnet für neue Interessenten. Denken Sie gründlich darüber nach über welches kleine Geschenk sich jeder Ihrer Wunschkunden freuen würde und das für Sie mit begrenztem Aufwand herzustellen und zu verteilen ist. „Mit Speck fängt man Mäuse“.

Optimalerweise sollte dieses Geschenk automatisiert ausgeliefert werden, wenn sich ein Besucher mit seiner E-Mail-Adresse einträgt.

Doch Sie wollen ja nicht nur Ihr Freebie loswerden, sondern einen langfristigen beidseitigen Dialog mit Ihren Interessenten und Kunden aufbauen.
Also müssen Sie in deren E-Mail-Postfach auch abliefern, was Sie versprochen haben.
Geschieht dies nicht, ist Ihr E-Mail-Marketing mit einem Klick wieder de-abonniert.

Austragungen aushalten

Nicht jeder, der sich für Ihr E-Mail-Marketing eingetragen hat, bleibt auch für immer dabei. Das Mail-Postfach ist ein sehr privater Ort jedes Empfängers.

Anders als die Posts im Facebook-Feed können wir davon ausgehen, dass so gut wie jede Mail kurz analysiert und bewertet wird.

Der Empfänger beurteilt bei Ihren Mails jedes Mal erneut, ob er einen Vorteil davon hat. Wenn nicht, wird er sich austragen, um künftig keine Mails mehr von Ihnen zu empfangen.

Warum ist das gut für Sie? Ganz einfach: es findet automatisch ein natürlicher Selektionprozess statt. Interessenten, die aktuell keinen Bedarf haben, Ihre Marke oder Sie nicht mögen oder einen anderen Grund haben, sich nicht weiter mit Ihrem Wertangebot zu beschäftigen, tragen sich selbstständig aus.

Sie können davon ausgehen, dass es mit diesen Lesern aktuell ohnehin nicht zu einem Geschäft gekommen wäre und wenn doch wäre es kein Wunschkunde, mit dem Sie auf einer Wellenlänge sind. Das führt häufig zu unangenehmen Geschäftsbeziehungen. Gut dass Sie ihn los sind.

Die E-Mail-Marketing Liste

Im E-Mail-Marketing spricht man bei der Sammlung seiner E-Mail-Abonnenten von „der Liste“.

Das geflügelte Wort „das Geld liegt in der Liste“ ist natürlich nur die halbe Wahrheit.

  1. Die E-Mail-Abonnenten müssen mit ehrlichem Vertrauens-Aufbau gewonnen werden
  2. Dialog und Kaufbereitschaft entstehen durch vielfältige Hilfestellung im Vorfeld (gratis)
  3. Geld verdienen mit der Liste funktioniert erst, wenn Sie den Empfängern die „gereift“ sind, ein konkretes Angebot machen können.

Die meisten Firmen haben eine Methode, wie sie mit Ihren Kontakten umgehen.
Häufig helfen CRM-Systeme, manchmal immer noch Excel-Listen oder einfach Outlook bei der Verwaltung von Kunden und Interessenten.

Jedoch verfolgen die wenigsten eine klare Kommunikationsstrategie. Eher werden die Kontakte „ab und zu“ mal angerufen und der aktuelle Bedarf abgefragt – kein wirklicher Mehrwert für den Angerufenen.

Mit E-Mail-Marketing und Community-Aufbau lassen sich dagegen aus strategischen Zielen strategische Maßnahmen ableiten und umsetzen.

Evergreen Content

Ihr Unternehmen ist auf einem bestimmten Wertangebot aufgebaut. Dazu haben Sie Expertenwissen und können Ihrem Publikum Hilfestellung geben – noch bevor Sie dafür Geld verlangen.

Genau dafür ist Ihr Content Marketing da. Finden Sie heraus, auf welchen Kanälen (Blog, Video, Podcast, Snapchat, Facebook, E-Mail …) Sie Ihr Publikum erreichen und liefern Sie dort hilfreiche Inhalte.

Liefern Sie aber vor allem Inhalte, die eine gewisse Haltbarkeit haben, sogenannten Evergreen Content. Ihre Interessenten mit News zu füttern ist in der Regel weder hilfreich noch beständig (siehe Beitrag: Online Fundament).

Evergreen Content können Sie über einen langen Zeitraum verwenden, vielfältig recyceln und umorganisieren sowie automatisiert über Jahre an neue Interessenten ausspielen.

Fazit

E-Mail-Marketing ist ein grandioses Tool, um den Dialog mit neuen Interessenten sowie bestehenden Kunden aufzubauen und am Laufen zu halten. Wichtig ist, dass der Mehrwert des Empfängers immer im Fokus steht.

Ansonsten verliert dieser das Interesse an den Mails – gerade, wenn er immer nur mit Angeboten konfrontiert wird. Verkaufen gehört zu Geschäft; jedoch zur rechten Zeit, wenn Ihre Interessenten richtig vorinformiert und heiß auf Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung sind.

E-Mails sind der direkte Draht in den privaten Aufmerksamkeitsbereich Ihrer Kontakte. Halten Sie diesen am Glühen.
Vergessen Sie darüber aber nicht, was sich ausserhalb der Mails noch abspielen muss.

Auf welche Landing-Pages werden die Leser geleitet? Welche Antwortmöglichkeiten gibt es (vielleicht sogar eine Community)? Ist vor lauter hilfreichem Content Ihr Angebot noch sichtbar?

Konnte ich Ihre Sicht auf E-Mail-Marketing schärfen? Nutzen Sie bereits systematischen Listenaufbau und systematische Kommunikation an Ihre Interessenten? Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Produkt/Ihrer Dienstleistung damit gemacht?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Zündende Grüße

Fabian Lipp

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.